6. Ballon – A – Thon – Einfach tierisch …

Ich sitze in meinem Auto und fahre diesmal nur 55 Minuten bis zum Ballon – A – Thon Nummer 6. Das Motto dieser Woche ist „Uns gehts gut“. Am Ende meiner Route erreiche ich eine Ortschaft. Mein Navigationsgerät ist schlau und führt mich direkt in eine Sackgasse, von der ich den Parkplatz sehe, auf dem ich hätte stehen dürfen. Ich bin also am Parkplatz vorbeigefahren. Ich hoffe das Kapitel verlaufen findet nicht mehr statt, denn das Verfahren habe ich schon auf meiner Habenseite.

Der Lauf, Samstag, 16.05.2020

Es ist die gewohnte Routine an Beginn eines Ballon – A – Thons. Ich ziehe mich um, packe meinen Rucksack und gehe zum Whiteboard. Ich notiere meinen Namen und meine Startuhrzeit und sehe, dass da Kerstin und Frank stehen mit einem Eintrag von Freitag, 21 Uhr. Warte mal… was? Was haben die beiden vor? Ich bin neugierig und hoffe die Beiden zu treffen. Jan-Philipp hatte die Idee einer Grußtafel, an der schon die ersten Grüße hängen. Möglichst viele sollten einen Gruß mitbringen und dort hinhängen. Nur von mir wird an diesem Tag keine Grußbotschaft hängen. Der Fluch des „Ich vergesse mindestens eine Sache pro Ballon – A – Thon zu Hause“ begleitet mich auch diese Woche. Es ist wie erwähnt eine gewohnte Routine an diesem morgen. Aber hey, diesmal habe ich an alles andere gedacht, was ich in den Wochen zuvor vergessen habe. So etwas nenne ich Fortschritt.

Es ist 7:11 Uhr und ich folge am Ende des Parkplatzes dem orangen Pfeil. Die ersten Schritte an diesem Morgen fallen mir schwer. Die vielen Laufkilometer der letzten Woche offenbaren sich langsam in Form einer Müdigkeit. Seit der Woche des 2. Ballon – A – Thon, der zudem mein erster war, halte ich bewusst einen Streak. Das bedeutet, dass ich jeden Tag laufe. Ich denke, sobald die Ballon – A – Thon – Serie vorbei ist, werde ich den Streak wahrscheinlich beenden. Aber es hilft mir jeden Tag bewusst zu machen, in welch außergewöhnlichen und unvergesslichen Phase ich mich aktuell befinde. Das dies sehr viel Kraft kostet, merke ich in diesem Moment.

Die ersten 3 km sind einfach toll. Ein Wald, eine Allee, eine Herde Schafe, ein sonniger Morgen und ein kleines Dorf erfreuen mich direkt zu Beginn des Laufes. Wenn ich in der Sonne laufe, wärmt es mich und ich merke wie die Müdigkeit in meinen Muskeln langsam zurückweicht. Ich bleibe häufig stehen und mache Fotos. Die Luft ist klar und der landschaftliche Charakter ähnelt gar nicht dem von Ascheberg, eine Woche zuvor.

In Ascheberg lief ich ebenfalls viel an Feldern entlang, doch dort sah die Strecke oft gleich aus. Hier wirkt die Landschaft lebendiger, ja einladender. Zudem sind heute alle Wege entweder Wanderwegen oder Fahrradrouten. Allein durch die kleineren Siedlungen gibt es eine erste Abwechslung. Es kommen Erinnerungen an alte Läufe hoch. Vergleiche zu vereinzelten Abschnitten mit dem Thüringen Ultra oder der Brocken Challenge kommen mir in den Sinn. Vielleicht verstärkt das mein Gefühl, dass mir auf Anhieb die Strecke besser gefällt als jene von Ascheberg, eine Woche zuvor.

Es folgen Kühe und Pferde auf Weiden, die an der Strecke liegen. Hier scheint viel Viehhaltung zu existieren. Nach gut fünf Kilometern geht es einen kleinen, leichten Anstieg hoch. Das Windrad scheint mein Ziel zu sein und so laufe ich diesen Anstieg bestmöglich hoch. Dabei stellte ich mich auf eine sehr flache Runde ein.

Ha… schon wieder ein Luftballon. Jan-Philipp der Organisator hat die Strecke diesmal mit einigen Luftballons gespickt. Mein erster Gedanke: Er entwickelt sich auch als Organisator von Woche zu Woche weiter. Die Strecken sind besser markiert, oder sehr gut ausgesucht. Dazu folgt nun diese Woche: Dekorationen an der Strecke.

Direkt nach dem letzten Luftballon sehe ich das Smilie auf der Straße. Diese Woche hat es Sternenaugen. Noch denke ich mir in dem Moment des Laufens nichts dabei. Als ich diese Zeilen schreibe, ist es Montag der 19.05.2020 und er postete diesen Smilie in die Chatgruppe zusammen mit einem Bild von der Strecke des 7. Ballon – A – Thons. Ich stelle hiermit die Vermutung auf, dass dies aktuell das Lieblingssmilie von dem werten Herrn ist.

Die Strecke führt die Straße weiter entlang und ich laufe weiter der Sonne entgegen. Mir ist somit klar, dass ich noch nicht auf dem Rückweg bin. Auf die Uhr schaue ich nur, um mich zu vergewissern, dass ich auf der richtigen Route bin. Laufzeit? Pace? Das ist mir alles egal an diesem Tag. Ich bin sehr früh auf der Strecke und mir wird klar, dass ich wohl vor Kilometer 10 oder 11 niemanden sehen werde. Ich hoffe auf irgendjemanden, der mir entgegenkommt und vielleicht ungefähr zur selben Zeit gestartet ist.

Abgesehen von den Tieren ist es bisher ein einsamer Lauf, der mir viel Raum zum Nachdenken gibt. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich beim 6. Ballon – A – Thon noch dabei bin, und mir wird klar, dass jede weitere Woche ungewisser wird, ob ich es noch schaffe teilzunehmen.

Und so schleicht sich eine leichte Melancholie in meine Gedanken ein. Der Grund, der mich daran hindern könnte, weiter den Ballon – A – Thon zu laufen, ist ein schöner. Wie ich schon im Bericht zum 2. Ballon – A – Thon schrieb, werde ich Vater und das ist etwas wundervolles (An mein Zukunfts-Ich: Ich hoffe, du denkst jetzt nicht „Wenn du bloß geahnt hättest… 😉 )“. Ich denke über einiges nach, was dieses Thema betrifft. Unabhängig davon wird mir eine Erkenntnis bewusst. Ich werde die Ballon – A – Thons vermissen, wenn diese Laufreihe endet oder für mich vorzeitig vorbei ist. Ich kann nur erahnen, was Jan-Philipp hier an Kraft und Zeit investiert hat und umso dankbarer bin ich ihm, ACH VERDAMMT. Warum habe ich diese blöde Grußbotschaft zu Hause vergessen. ARGH.

Als ich weiter laufe, erkenne ich am Horizont zwei Personen. Ich habe damit gerechnet, dass mir jemand entgegenkommt, nicht aber, dass ich jemanden einhole. Ich bin mir erst unsicher wer es ist und erkenne die Personen erst kurz vorher: Kerstin und Frank sind es! Als Frank bemerkt, dass ich auflaufe, springt er mit seiner Kamera zur Seite und filmt. Wir grüßen uns und als die Kamera aus ist, drehe ich mich um und Laufe rückwärts. Ich spreche sie darauf an, ob sie wirklich schon seit 21 Uhr unterwegs sind. Sie bejahen es und Frank verweist auf Kerstin, dass diese heute ihren ersten 100 km Lauf macht. Sie seien nun in der vierten Runde und es wäre in der Nacht sehr kalt gewesen. Ich bin beeindruckt und mir fehlen etwas die Worte. Ich versuche meine Anerkennung irgendwie zum Ausdruck zu bringen. Ich verabschiede mich danach, drehe mich wieder um und laufe normal weiter. (Wer sich ihren Bericht ansehen möchte, kann dies hier sich ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=qnciqCQAn0g )

Ich bemerke, dass die Sonne erst neben mir ist und kurze Zeit später hinter mir. Also bin ich nun auf dem Rückweg. Es wird wesentlich lebendiger auf der Strecke, da mir immer mehr weitere einzelne Läufer*innen mir entgegenkommen.

Auch sehe ich weitere Kühe am Wegesrand oder Luftballons, die an Bäumen hängen. Die Kilometer fühlen sich bisher stets kurzweilig an. Ich kann gar nicht mehr ordentlich rekapitulieren, was ich alles für Eindrücke hatte.

Nach 15 km sehe ich eine Herde Pferde, die friedlich frühstücken und mich beobachten. Wenige Meter nur später treffe ich auf Reinhard, der mir von Torsten Unglück berichtet. Lieber Torsten, wenn dies hier liest: Gute Genesung!

Wir unterhalten uns über die letzte und diese Woche, Torsten und über die Eindrücke des Erlebten auf dem Ballon – A – Thon. Es vergehen sicher gute fünf Minuten, bis wir uns trennen und jeder von uns weiterläuft. Ich folge dabei weiter den orangen Pfeilen und er den grünen.

Wer glaubt, dass es alle Tiere waren, die es an der Strecke zu entdecken gab, der irrt! Bei Kilometer 16 gab es noch eine Herde von Kühen, die das taten, was bisher fast alle Tiere taten: Essen! Ich bekomme ebenfalls etwas Hunger, doch mein Auto ist noch 5 km vor mir. Ich folge weiter einer langen, geraden Straße mit der Sonne im Rücken.

Bei Kilometer 17 sehe ich Jan-Philipp und Marina wieder. Ich freue mich beide wiederzusehen. Wir unterhalten uns ebenfalls fast fünf Minuten miteinander, bevor es weiter geht. Vielleicht könnte ja eine Sonderwertung eingeführt werden: „Der Quatscha-Loon“ oder der „Talk-A-Loon“.

Und dann komme ich zu einem Höhepunkt des tierischen Tages. Ich stehe vor diesen Kühen bei Kilometer 18,5 und denke: „Was machen die da? Ist das der Misthaufen der Glückseligkeit?“ Leider werde ich diese Frage nicht beantwortet bekommen und wahrscheinlich ist das auch gut so. Mit einem breiten Grinsen treibt es mich weiter in Richtung des Endes der ersten Runde.

Auf den „letzten“ Metern der ersten Runde treffe ich Gabi wieder. Ihr könnt euch denken, was wir kurz uns unterhalten haben. *hust* Talk-A-Loon *hust*. Dies entwickelt sich langsam zur Routine. Seit dem 3. Ballon – A – Thon reden wir miteinander und es wirkt auf mich stets vertrauter. Hier ein kurzer Nachtrag: Sie lief letzte Woche einen Ultra mit drei Runden.

Der letzte Kilometer geht erneut durch den Wald. Ich finde dieses Stück ebenfalls sehr schön, auch wenn mir die ersten drei Kilometer persönlich besser gefallen haben. Nach dem Wald sehe recht schnell den Parkplatz und laufe zu meinem Auto. Es ist Halbzeit an diesem Tag. Auf dem Parkplatz unterhalte ich mich mit einigen, die ebenfalls an ihren Autos stehen. Sie werden gleich in ihre jeweils erste Runde starten.

Nach einer kurzen Pause gehe ich zum Whiteboard, um mich einzutragen. Da dort zwei Personen sich vor dem Whiteboard unterhalten, bitte ich darum, dass ich kurz etwas Platz haben könnte, um mich eintragen zu können. Sie gehen einen Schritt zur Seite. Man weist mich darauf hin, dass das Board doch schon voll sei und da kein Platz mehr wäre. Eine dritte Person meint dann, dass ich wohl schon eine Runde absolviert hätte. Ich muss lächeln und trage in meiner Zeile meine erste Zieluhrzeit ein, was von einem „ACHSO! Du hast schon eine Runde absolviert“ dann begleitet wird. Wir wünschen uns viel Spaß auf den jeweiligen Runden und ich starte in meine zweite Runde. Es ist 9:11 Uhr. Nun folge ich den grünen Pfeilen und laufe somit die Runde andersherum.

Es geht zurück durch den Wald, wo mir niemand entgegen kommt. Etwas später bei dem Misthaufen der Glückseligkeit sehe ich, das keine Kuh mehr dort liegt. Nein, jetzt fressen sie alle. Na dann, guten Hunger. Ich laufe kurz weiter, bis ich erneut einen roten Ballon sehe. Hing der in der ersten Runde auch schon dort?

Als ich den roten Ballon passiere, laufen mir Kerstin und Frank entgegen. Sie werden wohl zu diesem Zeitpunkt sicher gute 82/83 km absolviert haben. Ich applaudiere und rufe ihnen zu „Sehr stark!“

Ich laufe erst an einer Gedenktafel vorbei, dann einen Feldweg entlang bis ich wieder auf einer Straße laufe. Ich atme tief ein und bewege mich der Sonne wieder entgegen. Hier kommen mir Läufer*innen entgegen, die jubeln, grüßen, winken und sehr gut gelaunt sind. Sowieso ist die Stimmung heute bei den meisten sehr freundlich, entspannt und gelassen. Es ist irgendwie auch herzlicher, familiärer als die Wochen zuvor. Ich kann das schlecht in Worte fassen.

Es geht wieder an Kühen und Pferden vorbei, die mittlerweile mich gar nicht mehr beachten. Ich erreiche eine Bank auf dem ein weißer/silberner Ballon ist. Ich setze mich dazu und mache erst einmal gefühlt 100 Fotos. Eines der wenigen halbwegs gelungenen Fotos hat es in diesen Bericht geschafft. Ich halte einfach mal fest, dass dieser Ballon nicht fotogen ist. Vielleicht hätte ich meinen Stift zücken müssen und einen Smilie darauf malen sollen. Leider komme ich auf solche Ideen erst viel später.

Es wird immer wärmer und ich frage mich, wie es ist hier zu laufen, wenn es deutlich wärmer wäre. Es dürfte wohl unangenehm sein, ist mein Fazit. Zum Glück ist es kurz nach 10 Uhr und entsprechend erträglich. Ich bemerke ein Paar vor mir und laufe auf sie auf. Als ich sie passiere, wechseln wir kurz einige Worte. Was jetzt folgt, ist eine Phase der Einsamkeit und Stille. Da ist nichts, als ich die 30 km passiere.

Da sind keine Tiere am Rande der Wege, keine Menschen, keine Spaziergänger oder Läufer*innen. Ich höre einige Vögel zwitschern aber sonst ist da nur mein eigener Atem und das Klatschen meiner Schuhe auf den Asphalt. Das geht ca. ein Kilometer so. Ich fühle mich gut und erfreue mich am Laufen, doch irgendwie fehlt etwas. Es fehlt die Stimmung, die ich am Anfang der zweiten Runde noch spürte. Ich frage mich: ‚Ist es nicht das Motto „Uns geht es gut“?‘ Ja das ist es. Also möchte ich das genauso ausdrücken. Ich bleibe kurz stehen und zücke mein Handy. Kopfhörer habe ich nicht dabei und ich entscheide mich als kleine „Jukebox für gute Stimmung“ am Ende meiner 2. Runde weiterzulaufen.

Es gibt ein Lied, dass dies für mich gerade sehr passend erscheint. Das erste Lied, das ich anmache, ist ein Cover von den Foo Fighters – Learning to fly. Interpretiert von Rockin‘ 1000 (Könnt ihr euch hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=JozAmXo2bDE ). Ich fand die Aktion 2015 so toll, wo 1000 Musiker ein Lied gemeinsam sangen, um die Foo Fighter um ein Konzert zu bitten. Das Video drückt für mich ein sehr positives Lebensgefühl, Gemeinschaftsgefühl und Glück aus, dass ich an diesem Tag schon so empfunden habe.

Ich folge den Straßen und der Streckenführung und lasse meine Playlist einfach weiter spielen. Der erste Läufer kommt mir kurz vor 34 Kilometern entgegen und grüßt mir zu. Der zwei bejubelt mich, wahrscheinlich wegen der Musik und ich bejuble ihn. Wir lachen und laufen weiter. Natürlich mache ich mir Sorgen, dass sich jemand beklagen könnte, aber ich sage mir auch, dass jemand oft nur einen kurzen Moment davon gestört werden dürfte und der Ballon – A – Thon ist kein Wettkampf oder Volkslauf. Und so laufe ich als Jukebox weiter.

Bei Kilometer 36 sehe ich kurz Gabi wieder und wir reden kurz über den Tag und verabschieden uns. Jetzt kommen wesentlich mehr Läuferinnen und Läufer entgegen. Die Lieder wechseln und die meisten reagieren eher entspannt und positiv auf mich, als sie merken, dass da Musik läuft. Einige scheinen es zu feiern und einige ignorieren es einfach.

Ich laufe jedoch mit einem Dauergrinsen die Strecke entlang, dass ganz das Motto des Tages ausdrückt „Uns gehts gut“. Ich genieße den Moment, den ich da gerade erlebe. Es geht zurück durch die Dörfer. Die Anwohner grüßen mich zu meiner Überraschung auch und ich grüße zurück. Niemand beschwert sich. Okay, so laut die Musik nun nicht. Als mir Reinhard erneut entgegenkommt, mache die Musik kurz aus, damit ich ihn besser verstehen kann. Er fragt mich, ob ich auf den letzten Meter sei und ich bejahe es und wünsche ihm eine gute zweite Runde. Wir verabschieden uns und werden uns vielleicht nächste Woche wiedersehen.

Die Kilometer ziehen an mir einfach so vorbei. Gefühlt könnte ich ewig laufen. Es ist einfach spannend, wie es läuft, wenn man positiv eingestellt ist. Bei Kilometer 40 sehe ich erneut die Schafherde. Ich frage mich, ob die sich überhaupt bewegt haben. Ich mache schnell ein Foto und folge der Allee und einem kurzen Singletrail. So komme ich zügig dem Ziel des Tages näher.

Etwas später erreiche ich eine Informationstafel. Ich nehme mir die Zeit die Infotafel durchzulesen und laufe erst danach weiter in Richtung des letzten Waldabschnittes.

In dieser Phase sehe ich wieder wesentlich weniger Läufer*innen bis ich im letzten Waldabschnitt des Tages bin. Dort kommt mir Jan-Philipp entgegen. Als ich ihn sehe, bleibe ich stehen und warte auf ihn. Als ich bemerke, dass er mich ansieht, blicke ich übertrieben um mich herum und sehe ihn ernst an. Er schaut mich erwartungsvoll an und ich beginne damit einige alberne Tanzbewegungen zu der Musik zu machen. Wir lachen beide und folgen unseren Pfeilen. Es braucht manchmal nicht viele Worte.

Ich zücke mein Handy und beschließe, dass das letzte Lied des Tages wieder „Learning to Fly“ sein soll. Ich verlasse den Wald und grüße noch einige, die mir entgegenkommen. Hier werde ich auch gefragt, von älteren Herren vom 2. Ballon – A – Thon, ob das Kind schon da wäre, was ich verneine. Dann laufen wir unseren Wegen entsprechend weiter. Ich erreiche den Parkplatz und freue mich den Marathon abgeschlossen zu haben. Vor dem Whiteboard stelle die Musik aus und erblicke Marina, die an ihrem Auto steht. Ich rufe zu ihr, dass ich kurz noch zu ihr kommen werde. Ich trage meine letzte Zielzeit ein und beende meinen heutigen Lauf.

Ich gehe zu Marina und wir wechseln noch einige Worte. Sie startet gleich in ihre zweite Runde. Es ist ihr dritter Marathon in der dritten Woche in Folge und ach ja… auch überhaupt! Sie gehört auch zu diesen positiv verrückten und sympathischen Menschen. Ich erkundige mich nach ihrem Freund Frank, der wohl gerade auf der Strecke unterwegs ist. Als sie in ihre Runde startet und ich zum Auto gehe, um mich für die Rückfahrt fertig zu machen, beginnt ein weiteres Gespräch mit einer Ultraläuferin. Sie berichtet mir von einem 6h Stundenlauf in Werl und das sie diesen Lauf mitorganisiert. Es folgt ein langes, spannendes Gespräch aus dem ich erst viel später losreißen kann, weil ich langsam meine Heimfahrt antreten muss. Abschließend mache ich ein Foto vor der Grußwand und lese mir die Grüße durch. So viele nette Worte sind dort zu lesen. Ich ärgere mich noch mehr, dass ich meine Worte zu Hause gelassen habe.

Ich steige in mein Auto und denke einen Moment lang nach, bevor ich den Zündschlüssel umdrehe. Ich lasse verschiedene Momente vom Tag noch einmal Review passieren. Die Tiere, die Sonne, die Stimmung die Menschen, die ich wiedergesehen habe. Meine Eindrücke enden mit der Tanzeinlage bei Jan-Philipp im Wald. Ja, manchmal braucht es nicht viele Worte, auch wenn das vielleicht im Widerspruch mit diesem Bericht steht.

Ja es geht mir gut. Ich lächle bei dem nachfolgenden Gedanken, den ich bewusst nicht zu Ende denken werde, weil ich mich nicht für ein Satzende entscheiden möchte. Das soll jeder für sich selbst zu Ende denken.

Dieser 6. Ballon – A – Thon war einfach tierisch … *dreht den Zündschlüssel um*.

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2 Antworten zu 6. Ballon – A – Thon – Einfach tierisch …

  1. Reinhard Dyckhoff sagt:

    Wieder schön geschrieben!! Danke!!

  2. Torsten sagt:

    Danke daniel.
    Noch nicht alles wieder zu 100% in ordnung, aber am samstag bin ich wieder dabei.
    Und wieder super geschrieben.

    Make my back home
    When i learn to fly.

    Geiler song

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