Preußisch Oldendorfer Volkslauf 2017

Der Volkslauf in Preußisch Oldendorf ist einer dieser Läufe, auf die ich mich immer wieder freue. In meinen ersten Jahren als Läufer und als ich noch in Löhne wohnte, nahm ich jahrelang an der Mühlenkreisserie teil. Dieser Volkslauf ist der 2. Lauf der Serie und ist mir daher seit vielen Jahren wohl bekannt. Leider schaffe ich es nicht jedes Jahr teilzunehmen, aber wenn ich es schaffe, dann empfinde ich wirklich eine Vorfreude.
Für Mai und Juni habe ich mir vier Läufe vorgenommen, die ich alle nur aus Lust und Freude am Laufen mache und wo der Wettkampfgedanke völlig in den Hintergrund tritt. Die einzige Zielsetzung, die für mich gilt ist, gesund ins Ziel zu kommen. Nach dem Teutoburger Waldmarathon war dieser Volkslauf der zweite von meinen vier Läufen.

21. Mai 2017
Vor dem Start
Wer mich als Läufer kennt, weiß, dass ich gerne andere zu solchen Läufen motiviere. Erfolgreich konnte ich Markus und Inga motivieren mich dieses Jahr zu begleitet. Markus nehme ich schon zum zweiten Mal mit und er freut sich ebenfalls auf den Lauf. Inga nehme ich zum ersten Mal mit. Die Hinfahrt ist anstrengend, denn viele Baustellen stellen sich uns in den Weg. Einige Umleitungen später kommen wir 35 Minuten vor dem Start an. Da wir nicht an der Mühlenkreisserie teilnehmen, müssen wir uns vor Ort anmelden. Dafür gehen wir ins Waldfreibad. Am Tag des Volkslaufes ist Tag der offenen Tür und der Eintritt ist frei. An diesem Waldfreibad ist der Start- und Zielbereich, sowie die Anmeldung. Die Anmeldung selbst geht schnell und unproblematisch.

Nachdem alle Formalien erledigt sind und die Startnummern vor unserem Bäuchen hängen, gehen wir zum Start. Wir schaffen es sogar um 9:40 Uhr den Start der 12,5 km Läufer_innen zu beobachten. Kurz bevor die 12,5 km Läufer_innen loslaufen, sehe ich einen anderen Läufer im Tokio Marathon 2017 T-Shirt. Ich spreche ihn sofort an und sage, dass ich das gleiche T-Shirt zu Hause im Schrank habe. Er berichtet mir, dass er mit 76 der älteste deutsche Teilnehmer beim diesjährigen Marathon in Tokio war. Da es nur 122 Starter_innen aus ganz Deutschland gab, ist es etwas besonders für mich einen anderen Starter zu treffen. Wir unterhalten uns kurz, tauschen unsere Erfahrungen aus und stellen uns dann für den Start auf. Hinter uns stellen sich die Nordic-Walker für 5 km und 12,5 km auf.

Ich hab extra meine GoPro mitgenommen, damit ich über diesen Lauf endlich einen Blogartikel schreiben kann. Am Ende habe ich zwei Videos, sowie 1187 Bilder gemacht. Ehrlich gesagt sind davon mehr als die Hälfte Schrott, da ich nicht stehen bleibe, sondern im vollem Tempo die Bilder mache. Ich liebe die Funktion 30 Bilder in 6 Sekunden zu machen. 😉
Der Volkslauf ist deswegen so etwas Besonderes für mich, weil er eine schöne Waldstrecke hat, die abwechslungsreich ist, sehr viel Schatten bietet, einen kurzen aber wirklich schönen Singletrail, um eine Burg herum, hat und sehr gut organisiert ist. Das ganze stellt sich in Daten so dar: 350 Höhenmeter auf 20 km, die aber sehr zügig gelaufen werden können.

Der Lauf
Um 9:50 Uhr fällt der Startschuss und die ersten knapp zwei km gehen durch einen urigen Wald mit einem Bachlauf. Es geht vorwiegend berghoch. Ein Läufer mit einem orangenen T-Shirt läuft ungefähr auf meiner Höhe und wird dort auch bis Km 14 bleiben. Mal ist er kurz vor mir, mal kurz hinter mir. Auf diesen ersten zwei Km geht es berghoch und deswegen ist hier Vorsicht geboten. Gerade bergauf Passagen zu Anfang eines Laufes verleiten einen gleich sich zu übernehmen, denn man fühlt sich ja noch gut.

Am Ende des ersten Waldstückes kommt der erste von vier Verpflegungspunkten. Es wird an allen Verpflegungspunkten ausschließlich Wasser angeboten. An dieser Verpflegungsstelle wechselt der Lauf auf einen Straßenabschnitt, der einzig dazu dient in einen zweiten Wald zu laufen. Die Runde im zweiten Wald muss zweimal durchlaufen werden. Das erste Mal muss sie gegen den Uhrzeigersinn gelaufen werden und das zweite Mal im Uhrzeigersinn. Das nimmt mir immer das Gefühl Runden zu laufen, eben weil man die Strecke aus einem anderen Blickwinkel sieht.
Am Rande bemerkt: Bis 2014 gab es einen anderen Streckenverlauf der eher einer Form einer Acht entsprach und abwechslungsreicher war. Ich bedauere sehr, dass es zur Streckenänderung kam, aber das lässt sich leider nicht ändern. Kommen wir zurück zur ersten Runde im zweiten Wald.

Die 12,5 km Läufer_innen laufen diese Runde nur einmal im Uhrzeigersinn und kommen einen so entgegen. Ich sehe und höre immer wieder wie Leute, die sich entgegen laufen, abklatschen und gegenseitig zujubeln und motivieren. Ich fühle mich wie ein Zuschauer, da ich genau sehen kann, ob es Duelle um Platzierungen auf der 12,5 km Strecke gibt. Bei der Hälfte der Runde gibt es den zweiten Verpflegungspunkt. Damit sich die 20 km und die entgegenlaufenden 12,5 km Läufer_innen nicht in die Quere kommen, sind auf beiden Seiten die Getränkepunkte aufgebaut. In diesem Moment liegen schon ungefähr 5,5 km hinter mir.
Sagte ich schon, dass ich die Strecke mag? Sie belohnt mit teilweisen weiten und schönen Aussichten, wenn man den Blick nach rechts durch das Geäst wagt. Ansonsten ist es einfach ein toller und schattiger Waldweg, der leicht hügelig ist.
Als die erste Runde im zweiten Wald und damit ungefähr 7 km erledigt sind, geht es auf die Straße zurück. Hier Laufe ich plötzlich mit einigen 12,5 km Teilnehmer_innen bis zur nächsten Kreuzung kurz zusammen. Die 12,5 km Läufer_innen werden in Richtung des Ziels geleitet. Für die 20 km Läufer_innen führt die Straße zum Singletrailabschnitt, der Rund um eine Burg führt. (Auf dem Singletrail einfach nach links schauen). Der schmale Weg endet im Hinterhof einer Gaststätte. Dort ist ein Streckenposten und zeigt einem die Richtung zurück auf die Straße.


Es geht über die Straße zurück in den zweiten Wald, um dieses Mal die Runde im Uhrzeigersinn zu laufen. Bei Km 12,5 wird der dritte Verpflegungspunkt erreicht, der natürlich identisch mit dem zweiten ist. Hier hole ich einige Nordic-Walker ein. Das ist aber kein Problem, da die Waldwege breit genug sind. Bei Km 14 löse ich mich zum letzten Mal vom Läufer im orangenen T-Shirt und setze mich endgültig ab.


Nach der zweiten Runde geht es über die Straße zurück zum ersten Wald. Am Ende des Straßenabschnittes gibt es den vierten Verpflegungspunkt an dem ich kurz stehen bleibe. Nachdem ich mich mit etwas Wasser aufgefüllt habe, geht es weiter. Der letzte Waldabschnitt im ersten Wald hat einen anderen und längeren Verlauf, als die ersten zwei Km. Am Eingang des Waldes sehe ich das Km 16 Schild. Noch 4 Km sollen es also sein? Meine Uhr zeigte mir zu diesem Moment nur 15,2 km.

Im letzten Waldabschnitt wird vermehrt bergab gelaufen mit kleineren bergauf Passagen. An einigen Kreuzungen stehen Streckenposten, die aufpassen, dass man sich nicht verläuft. Alternativ gibt es Flatterband, welche einige Wege ganz absperren. Ein Verlaufen ist während des gesamten Laufes meiner Meinung nach nicht möglich.
Einen Kilometer vor dem Ziel sehe ich, dass ich auf den Läufer vor mir auflaufe und ihn vielleicht sogar noch überholen könnte. Ich starte durch und laufe ein hohes Tempo, doch er dreht sich um, bemerkt mich und zieht selber sein Tempo an. So schaffe ich es nicht mehr ihn einzuholen und komme eine Sekunde nach ihm ins Ziel.

Am Ende zeigt mir meine Uhr knappe 19 km und eine Zeit von 1:29:27h. Die Zeit ist mir jedoch ehrlich gesagt egal. Wichtig war es mir nur, dass ich den Lauf erneut erleben und genießen konnte.

Im Ziel nehme ich mir etwas zu trinken und warte auf Inga. Während dessen unterhalte ich mich mit der Dame, die vorlas, wer gerade einlief. Ich nenne sie mal, die Zielsprecherin. Sie wollte unter anderem wissen, wieso ich denn die Kamera dabei habe. Ich erklärte ihr, dass ich sie dabei habe, um über diesen Lauf zu schreiben. Wir unterhalten uns ein wenig über diesen und andere Läufe. Das Gespräch endet als Inga einläuft und dritte Frau wird. Markus läuft mit Ansage später ein und wir treffen uns im Freibad, da er direkt nach seinem Zieleinlauf schwimmen gehen möchte.
Was ich nicht verschweigen möchte ist, dass das Duschsituation vor Ort immer etwas schwierig ist. Für ein so großes Läuferfeld gibt es einfach nicht viele Duschen. Also mache ich das, was ich machen kann: Ich stelle mich an und warte drauf, dass eine Dusche frei wird. Frisch geduscht, treffen wir uns drei und fahren gemeinsam nach Hause. Dieses Mal wollen wir direkt die Baustellen klever umfahren und finden dafür andere. *Seufz*

Vielen Dank für die Mühen und diesen Lauf. Ich komme sicher wieder, keine Frage.

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Ein Kommentar zu Preußisch Oldendorfer Volkslauf 2017

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